| Kurzfassung: Mein persönlicher Erlebnisbericht:
Als Arzt erlebte ich am 16.November 2002 dramatische und lebensbedrohliche Stunden im schwer heimgesuchten und teilweise zerstörten Dorf Schlans in der Surselva. Diese Erlebnisse haben mich noch lange beschäftigt. Die Ereignisse haben mich tief beeindruckt und mitgenommen. Um einige Bewohner von Schlans zu retten, befand ich mich mehrmals in grosser Lebensgefahr. Nur durch eine lange Kette von unsagbar glücklichen Zufällen kamen keine Menschen ums Leben. Einer kleinen Gruppe von mutigen und heldenhaften Menschen ist es zu verdanken, dass einige gefährdeten Personen rechtzeitig in Sicherheit evakuiert werden konnten. Am besagten Tag rief mich die kantonale Notrufzentrale 144 an, in Schlans
sei eine Rüfe niedergegangen, einige Personen seien verschüttet,
es gäbe eine unbekannte Anzahl Verletzte und die REGA könne
wegen der schlechten Witterung nicht fliegen. Wir seien auch verkehrstechnisch
abgeschnitten. „Gehen sie einmal hin!“ Das Dorf Schlans
war bereits teilweise zerstört, ein Haus vollständig weggeschwemmt,
andere schwer beschädigt und von Schlamm- und Geröllmassen
kniehoch umspült. Zuerst evakuierten wir zwei Frauen durch das
Rüfenmaterial - die eine Frau im Rollstuhl. Um die durchnässten
und frierenden Geretteten zu versorgen, richtete ich in meiner Praxis
in Trun eine Sanitätshilfsstelle ein. Dafür konnte ich den
örtlichen Samariterverein, mit dem ich dies bereits mehrmals geübt
hatte, aufbieten. Unverzüglich fuhr ich erneut nach Schlans. Unterdessen
waren Feuerwehrleute, Männer der Rettungskolonne sowie der Helikopter
eingetroffen. Dank letzterem konnte mittels eines Seiles eine eingeschlossene
Frau ausgeflogen werden. Auf der Rückfahrt nach Trun nahm ich noch
zwei Erwachsene und einige Kinder von Schlans mit, die sich über
die steilen Wiesen im Westen des Dorfes gerettet hatten. Das Durchkommen
war – angesichts der entstandenen Verwüstungen – dramatisch.
Etwa 15 Minuten nach unserer Ankunft in meiner Praxis wurde die soeben
zurückgelegte Strecke zu einem grossen Teil total weggeschwemmt.
Hohe Stützmauern aus Beton und Eisen stürzten mit den Schlammassen
ca. 100 Meter tiefer in das Bachbett. Weil ich das Unheil selber miterlebt habe, kann ich gut nachvollziehen, was dieser Tag für die direkt Betroffenen bedeutete. Nehmen Sie sich bitte Zeit und lesen sie meinen ausführlichen Erlebnisbericht. Die Details werden auch Sie nicht mehr so schnell wieder vergessen! Dr. med. Ausführlicher Berich als pdf-Datei |