07.02.08
Marcel Suter:
Das WEF aus polizeilicher Sicht

 

Marcel Suter (links im Bild mit LC-Präsident Ursin Fetz), Stabschef sowie Chef Planung und Einsatz der Kantonspolizei Graubünden, ist auf der zivilen Seite für die Sicherheit am WEF zuständig.
In einem eindrücklichen Referat hat er uns aufgezeigt, welche Herausforderungen zu meistern sind, damit das WEF sicherheitstechnisch reibungslos über die Bühne gehen kann.
Die rund 2'500 Teilnehmer des WEF mit nochmals zig-tausend Begleitern wollen alle sicher nach Davos kommen und dort ungestört an den Veranstaltungen teilnehmen.

An vergleichbaren ausländischen Veranstaltungen werden die Tagungszentren oft weiträumig für alle Nichtteilnehmer gesperrt, was die Sicherheitslage vereinfacht. Nicht so beim WEF: Bis auf kleine Sperrbezirke sind die Verkehrsachsen sowie Davos selbst für alle weiter zugänglich. Dies kompliziert das Sicherheitsdispositiv und die Zugangskontrollen immens.
Der Transport potentiell gefährdeter Teilnehmer erfolgt am sichersten im Helikopter. Hier müssen die Flüge, Begleitschutz, sowie die Lande- und Ausweichplätze organisiert sein.
Die Zusammenarbeit und Koordination der Einsätze der in- und ausländischen Polizei müssen sauber abgesprochen sein, um effizient und zeitgerecht, bei Bedarf mit der richtigen Stärke, vor Ort zu sein.
Obwohl die Grossdemonstrationen nicht mehr in Graubünden stattfinden (vielleicht weil die Bürger, die ein echtes Anliegen haben es satt haben, sich von den immergleichen Horden Randalierer instrumentalisieren zu lassen (Anmerkung des Verfassers)), müssen alle möglicher Gewaltszenarien in der Vorbereitung und im Dispositiv mitberücksichtigt werden. Um frühzeitig reagieren zu können, müssen alle verfügbaren Nachrichtenquellen ausgewertet werden.
Nicht zuletzt betonte Suter, dass dies alles nicht möglich wäre ohne die tatkräftige Unterstützung des Schweizer Militärs.
Für Suter gilt: Nach dem WEF ist vor dem WEF. Er ist bereits schon an der Planung des WEF 2009, was rund 20% seiner jährlichen Arbeitszeit in Anspruch nimmt.